Burmilla

Burmilla
Burmilla
  • Merkmale der Burmilla

  • Herkunft: Vereinigtes Königreich
  • Größe: 23–28 cm
  • Haarlaenge: kurz
  • Farben: schwarz, blau, schokolade, lilac; in manchen Linien auch rot, creme und schildpatt; überwiegend auf silberner, teils auf goldener Basis
  • Fellmuster: helle Silber- oder Goldgrundfarbe mit zartem Farbschleier: sehr leicht bestäubt oder sanft schattiert; feine Gesichtslinien
  • Augenfarbe: grün in leuchtenden Nuancen; bei jungen Tieren anfangs mit warmem Einschlag möglich
  • Alter: 12–17 Jahre
  • Gewicht: 3–6 kg

Herkunft und Geschichte

Die Burmilla entstand Anfang der 1980er Jahre in Großbritannien aus einer unbeabsichtigten, aber glücklichen Begegnung: Eine elegant gezeichnete Chinchilla-Perserkatze traf auf eine menschennahe Burma. Aus dieser Paarung wuchsen Jungtiere heran, die den warmherzigen, dialogfreudigen Charakter der Burma mit einer hellen, funkelnden Silbergrundfarbe und zartem Farbschleier verbanden. Schnell erkannten Züchterinnen und Züchter, dass hier mehr als ein hübscher Zufall lag. Mit Geduld und klaren Zielen formten sie einen verlässlichen Haustyp: mittelgroß, elegant, mit grünem Blick und einer Oberfläche, die wirkt, als hätte jemand feinen Staub über ein silbernes Tuch gelegt. Bald bekam die neue Katze einen Namen, der ihre Herkunft verrät: „Burmilla“ setzt sich aus Burma und Chinchilla zusammen.

Von den Britischen Inseln aus verbreitete sich die Burmilla behutsam in Europa und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stand nie eine spektakuläre Showwirkung, sondern die Balance aus Wesen, Gesundheit und einem Mantel, der Licht weich aufnimmt. Zuchtprogramme legten Wert auf freundliches Temperament, klare Linien und eine Zeichnung, die nicht schreit, sondern leise glänzt. In vielen Verbänden ist die Rasse heute anerkannt. Besonders verbreitet sind silberne Tiere mit schattierter oder nur zart bestäubter Farbe über dem hellen Grund. Später kamen in einigen Organisationen auch goldene Varianten hinzu. So erzählt die Burmilla eine moderne, zugleich sehr wohnliche Geschichte: Sie sieht ein bisschen nach Luxus aus, fühlt sich aber an wie tägliche Nähe – verlässlich, freundlich und leicht zu lesen.

Allgemeines Erscheinungsbild

Die Burmilla ist eine mittelgroße, elegante Kurzhaarkatze mit ruhiger Linie. Ihr Körper wirkt geschmeidig und in sich stimmig: tragfähiger Brustkorb, klare Rückenlinie, trockene Muskulatur und ein federnder, leiser Gang. Die Beine sind mittellang und enden in runden Pfoten. Der Kopf zeigt weiche, runde Übergänge und einen sanft gezeichneten Nasenrücken; die Ohren sind mittelgroß bis groß, an der Basis breit und nach oben fein gerundet. Auffällig sind die großen, leuchtend grünen Augen mit feiner dunkler Umrandung – ein natürlicher „Lidstrich“, der dem Blick Tiefe verleiht und den freundlichen Ausdruck betont. In diesem Gesicht liegt viel Präsenz: aufmerksam, zugewandt, ohne Härte.

Ihr Fell ist kurz, seidig und liegt locker an, ohne hart zu wirken. Das Besondere ist die helle Grundfarbe – meist Silber, seltener Gold – über der eine zarte Farbschicht liegt. Je nach Ausprägung wirkt diese Schicht wie ein hauchfeiner Staub (sehr leicht) oder wie ein sanfter Mantel mit etwas mehr Tiefe. In ruhigem Licht erscheint die Oberfläche fast transparent, in Bewegung leuchtet sie auf. Typische Farbtöne sind Schwarz, Blau, Schokolade und Flieder; in manchen Linien finden sich auch warme Rot- und Cremevarianten sowie Schildpatt. Linien im Gesicht, eine dunklere Schwanzspitze und feine Schattierungen an Schultern und Flanken runden das Bild ab. Insgesamt bleibt die Burmilla frei von Übertreibung: ein harmonischer Athlet mit einem Mantel, der nicht malt, sondern zart schattiert.

Größenverhältnis Burmilla zum Menschen

Mann180 cm
Burmilla 2828 cm
Frau164 cm

Wesen und Charakter

Burmilla Charakter
Burmilla Charakter

Die Burmilla verbindet Nähe mit Leichtigkeit. Sie sucht ihre Menschen, ohne zu klammern, folgt gern in den nächsten Raum und legt sich in Sichtweite ab, wenn gearbeitet oder gelesen wird. Viele Tiere entwickeln kleine Rituale: die freundliche Begrüßung am Morgen, der Kontrollblick aus dem Fenster, die verlässliche Spielzeit am Abend. Dabei bleibt die Stimme warm und maßvoll; sie lädt ein, statt zu fordern. Im Spiel zeigt die Burmilla schnelle Reaktionen, präzise Sprünge und eine gute Auffassungsgabe. Sie lernt zügig, versteht Handzeichen und reagiert auf Blicke – ein idealer Rahmen für Apportieren, Suchspiele oder kleine Zielübungen. Nach der Aktivität kehrt sie rasch in eine ruhige, angenehme Nähe zurück.

Mit Artgenossen harmoniert sie oft sehr gut, wenn Temperamente zueinander passen und das Kennenlernen behutsam geschieht. In Familien funktioniert das Miteinander, sofern Kinder Rückzugsorte respektieren und die Körpersprache der Katze ernst nehmen. Gegenüber Besuch zeigt sie meist freundliche Neugier, manchmal kurz abwartend, dann offen. Alleinsein über viele Stunden am Stück liegt ihr weniger; besser sind feste Tagesinseln für gemeinsame Zeit, klare Abläufe und Aussichtspunkte, von denen aus sie „ihr Reich“ überblicken kann. Genau dieser Mix aus sozialer Offenheit, spielerischer Intelligenz und verlässlicher Ruhe macht sie zu einer Alltagskatze, die Beziehungen still vertieft und Räume spürbar wärmer wirken lässt.

Haltung und Pflege

Die Pflege der Burmilla ist angenehm überschaubar. Eine sanfte Bürsteinheit pro Woche genügt, um lose Haare zu lösen, die Haut leicht zu massieren und den feinen Glanz zu erhalten. In der Zeit des Fellwechsels kann man die Frequenz kurz erhöhen. Eine weiche Bürste oder ein Handschuh reicht völlig; grobes Kämmen ist nicht nötig. Die Augen bleiben durch die dunkle Umrandung besonders ausdrucksstark – falls sich einmal leichte Spuren zeigen, wischt man sie mit einem fusselfreien, leicht angefeuchteten Tuch behutsam ab. Ohren werden nur oberflächlich kontrolliert und bei Bedarf sanft gereinigt. Die Krallen kürzt man, sobald sie auf glatten Böden hörbar werden, und bietet mehrere stabile Kratzmöglichkeiten in unterschiedlichen Höhen an.

Wichtiger als viel Zubehör ist eine klug gestaltete Umgebung. Erhöhte Wege, sichere Fensterplätze und – wenn möglich – ein geschützter Balkon mit verlässlichem Netz geben Aussicht und frische Reize. Für die Zahngesundheit lohnt sich ein kleines Programm: spielerisch eingeführtes Zähneputzen, geeignete Kaumöglichkeiten und regelmäßige Checks beugen Belägen vor. Bei der Ernährung bewährt sich eine hochwertige, eiweißbetonte Kost mit reichlich Feuchtigkeit. Mehrere Wasserschalen oder ein leiser Trinkbrunnen regen zum Trinken an. Tägliche, kurze Spieleinheiten halten Körper und Kopf in Schwung, bauen Energie freundlich ab und stabilisieren den ruhigen, gelassenen Grundton, für den die Burmilla geschätzt wird.

Kompatibilität

  • Kinder: gut bei respektvollem Umgang und klaren Rückzugsorten
  • Katzen: oft sehr gut, mit ruhiger Vergesellschaftung und passendem Temperament
  • Hunde: möglich mit ruhigen, katzenfreundlichen Hunden
  • Aktivitätslevel: mittel
  • Vokalisation: mittel, freundliche leise Töne
  • Pflegeaufwand: gering bis mittel

Besonderheiten

Das Besondere der Burmilla ist ihr Zusammenspiel aus zarter Optik und echter Alltagstauglichkeit. Ihr Fell wirkt, als läge ein leichter Schleier über einer hellen Silber- oder Goldgrundfarbe; darüber verteilt sich je nach Variante ein feiner Farbhauch oder ein sanfter Mantel. In Bewegung leuchtet die Oberfläche auf, ohne grell zu werden. Der Blick in kräftigem Grün, umrahmt von natürlichem „Make-up“, verleiht ihr eine fast zeichnerische Klarheit. Diese Katze braucht keine lauten Effekte – sie überzeugt durch Balance. Wer sie beobachtet, erkennt schnelle, präzise Bewegungen, danach wieder die ruhige Präsenz auf Fensterbank, Sofa oder Lieblingslehne.

Auch im Miteinander bleibt sie besonders: lernfreudig, höflich, mit Sinn für Rituale. Apportieren, Suchspiele, ein Zielpunkt, dem man folgt – all das stärkt Bindung und Selbstvertrauen. Ihre Anpassungsfähigkeit macht sie zur zuverlässigen Gefährtin in vielen Lebensformen, vom Singlehaushalt bis zur Familie, solange Rückzugsorte und feste Abläufe vorhanden sind. Farblich erzählen Burmillas eigene Geschichten: Schwarze und blaue Töne wirken kühl und modern, Schokolade und Flieder geben Wärme und Milde, goldene Varianten bringen einen Hauch Spätsommer ins Zimmer. Was bleibt, ist der Eindruck einer freundlichen Athletin mit leiser Eleganz – eine Katze, die Räume heller macht, ohne Lärm zu erzeugen.

Anerkennung

  • Fife: anerkannt, Kategorie 3 Kurzhaar, BML
  • Tica: anerkannt, BM (Kurzhaar), BML (Langhaar)
  • Cfa: anerkannt, -
  • Wcf: anerkannt, BMS (Kurzhaar), BML (Langhaar)

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