LaPerm

LaPerm
LaPerm
  • Merkmale der LaPerm

  • Herkunft: USA (The Dalles, Oregon)
  • Größe: 23–28 cm
  • Haarlaenge: kurz oder lang
  • Farben: alle Farben und Zeichnungen, mit und ohne Weiß
  • Fellmuster: gelocktes bis welliges Fell, von weichen Wellen bis offenen Ringeln; lange, gelockte Schnurrhaare; alle Farben und Zeichnungen
  • Augenfarbe: alle Augenfarben möglich, unabhängig vom Fell
  • Alter: 12–16 Jahre
  • Gewicht: 3–5,5 kg

Herkunft und Geschichte

Die LaPerm ist eine junge, aber sehr eigenständige Rasse mit Wurzeln in den USA. Ihre Geschichte beginnt Anfang der 1980er-Jahre auf einer Obstfarm nahe The Dalles in Oregon. Dort brachte eine braun getigerte Hofkatze ein Junges zur Welt, das völlig nackt war und erst Wochen später ein weiches, gelocktes Fell entwickelte. Die Besitzer gaben der kleinen Katze den Spitznamen „Curly“. Aus dieser unerwarteten Laune der Natur wurde Schritt für Schritt ein klarer, verlässlicher Haustyp geformt: Menschen beobachteten, dass die Locken sich vererbten, und bauten darauf eine behutsame Zucht auf, die das freie, freundliche Wesen der Hofkatzen bewahrte. Nach ersten Ausstellungen in den 1990ern verbreitete sich der Lockenkopf in Nordamerika, Europa, Australien, Japan und Südafrika. Heute ist die LaPerm in mehreren großen Verbänden anerkannt, als Kurzhaar- und als Langhaarvariante.

Wichtig an dieser Geschichte: Die Locken sind keine Kopie anderer „Rex“-Rassen, sondern ein eigenes, natürlich entstandenes Merkmal. In den Standards wird die LaPerm ausdrücklich als moderater, alltagstauglicher Typ beschrieben: mittelgroß, elastisch, mit wachem Blick – und einem Fell, das in weichen Wellen, offenen Ringeln oder spiralförmigen Locken fällt. Kätzchen können nackt, glatt behaart oder sofort gelockt geboren werden; viele entwickeln ihre volle Struktur erst mit der Reife. Dieser lebendige Ursprung prägt das Bild bis heute: Die LaPerm wirkt nie gemacht, sondern wie ein freundlicher Zufall, den Menschen klug begleitet haben.

Allgemeines Erscheinungsbild

Die LaPerm ist mittelgroß, muskulös und elegant – ein Athlet ohne Übertreibungen. Der Körper zeigt eine ruhige Rückenlinie, einen tragfähigen Brustkorb und lange, geschmeidige Beine mit ovalen Pfoten. Der Kopf wird als „modifizierter Keil mit weichen Rundungen“ beschrieben: klare Konturen, eine sanfte Profilkurve, ein etwas breiterer Nasenrücken und ein fester Kinnabschluss. Große, weit gesetzte Ohren geben dem Gesicht Offenheit; die Augen sind mittelgroß bis groß, mandelförmig bis leicht walnussförmig und strahlen aufmerksam, unabhängig von der Fellfarbe in vielen Farbtönen. In Summe entsteht ein freundlicher, wacher Ausdruck – präsent, aber nie streng.

Das Markenzeichen ist das Fell. Bei der Langhaarvariante fällt es in leichten Wellen und offenen Locken, bildet einen weichen Kragen und eine volle, gelockte Schweiffahne. Die Kurzhaarvariante zeigt eine sichtbar strukturierte, „springende“ Oberfläche mit Wellen und Ringeln, die vom Körper abstehen, ohne plüschig zu wirken; der Schwanz erinnert hier eher an eine strukturierte „Flaschenbürste“. Typisch sind lange, gelockte Schnurrhaare und feine Locken in den Ohren. Alle Farben und Zeichnungen sind erlaubt – von einfarbig über Tabby, Silber und Smoke bis zu Schildpatt oder mit Weiß. Die Textur hat einen eigenen Griff: nicht drahtig, nicht fettig, sondern leicht federnd, mit ein wenig „Widerstand“ unter der Hand. Die Locken verändern sich mit Jahreszeit, Hormonen und Reife; viele Tiere erreichen ihre schönste Struktur erst nach zwei bis drei Jahren. In Bewegung begleitet das Fell den Körper wie eine Skizze: Es zeichnet Linien nach, statt sie zu verstecken, und macht die LaPerm sofort erkennbar.

Größenverhältnis LaPerm zum Menschen

Mann180 cm
LaPerm 2828 cm
Frau164 cm

Wesen und Charakter

LaPerm Charakter
LaPerm Charakter

Im Wesen ist die LaPerm eine freundliche, neugierige Menschenkatze mit Humor. Viele Tiere suchen aktiv den Blickkontakt, folgen ihren Menschen ruhig durch die Wohnung und legen sich in Reichweite ab – Sofalehne, Schreibtischrand, Fensterplatz. Sie „sprechen“ gern in warmen, melodischen Tönen, ohne laut zu sein, und nutzen Mimik und Gesten geschickt. Typisch sind kleine Rituale, die den Tag ordnen: eine höfliche Begrüßung am Morgen, die Fensterkontrolle zur Mittagszeit, eine konzentrierte Spielrunde am Abend. Danach kehren sie rasch in entspannte Nähe zurück. Ihre Lernfreude ist groß, aber unaufgeregt. Apportieren, Suchspiele, Zielübungen oder kleine Trickfolgen passen ideal, weil sie Kopf und Körper gleichermaßen ansprechen.

Gegenüber Kindern zeigt die LaPerm Geduld, wenn Rückzugsorte vorhanden sind und die Signale der Katze respektiert werden. Mit passenden Artgenossen harmoniert sie häufig sehr gut; auch das Zusammenleben mit ruhigen, katzenkundigen Hunden gelingt, wenn die Einführung behutsam erfolgt. Längere Alleinzeiten liegen ihr weniger, denn sie ist sozial und liebt Interaktion. Wer Aussichtspunkte, Höhenwege, sichere Fensterplätze und – wenn möglich – einen gut gesicherten Balkon bietet, erlebt eine Alltagskatze, die Räume freundlich belebt. Sie ist aktiv, aber nicht hektisch; präsent, aber nicht fordernd. Viele Halter beschreiben das Gefühl, „angesprochen“ zu werden: Die LaPerm sucht den Dialog – mit Blicken, kleinen Lauten und einer besonderen Leichtigkeit, die gute Laune macht.

Haltung und Pflege

Die Pflege ist angenehm überschaubar, wenn man die Locken versteht. Ziel ist nicht Volumen, sondern Struktur. Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche genügen meist. Arbeiten Sie mit einem grobzinkigen Kamm oder den Fingern, um lose Haare zu lösen und die Locken zu ordnen. Bürsten mit sehr dichten Borsten glätten die Wellen zu stark und sind unnötig. Nach dem Kämmen lässt sich das Fell mit leicht befeuchteten Händen sanft „auffrischen“: Locken aufnehmen, leicht kneten, trocknen lassen. Föhnen ist selten nötig; Lufttrocknen erhält die Form am besten. Während des Fellwechsels darf die Frequenz vorübergehend steigen. Baden ist nur gelegentlich sinnvoll – lauwarmes Wasser, ein mildes Produkt und ruhiges Trocknen reichen. Vermeiden Sie schwere Silikonfilme, sie beschweren die Struktur. Bei der Kurzhaarvariante genügen oft die Hände und ein seltener Kammstrich; die Langhaarvariante freut sich über etwas mehr Aufmerksamkeit an Kragen, Hosen und Schweiffahne.

Mini-Checks gehören dazu: Augenwinkel mit einem fusselfreien, angefeuchteten Tuch säubern, Ohren nur oberflächlich wischen, Krallen kürzen, sobald sie auf glatten Böden hörbar werden. Die langen, gelockten Schnurrhaare niemals stutzen – sie sind wichtig für Orientierung und Balance. Große Wirkung hat die „Pflege von innen“: eine hochwertige, eiweißbetonte Kost mit reichlich Feuchte, mehrere Wasserschalen oder ein leiser Brunnen. Kurze, tägliche Spielinseln halten Muskeln geschmeidig und die Laune freundlich wach. Getrennte Futter- und Ruheplätze, saubere Toiletten und klare Rituale senken Stress. So bleibt die LaPerm sauber, elastisch und glänzend – und die Pflege wird zum verbindenden Moment statt zur Pflichtübung.

Kompatibilität

  • Kinder: gut bei respektvollem Umgang und Rückzugsorten
  • Katzen: oft sehr gut, mit behutsamer Vergesellschaftung
  • Hunde: möglich mit ruhigen, katzenkundigen Hunden
  • Aktivitätslevel: mittel
  • Vokalisation: mittel, warme melodische Töne
  • Pflegeaufwand: gering (Kurzhaar) bis mittel (Langhaar)

Besonderheiten

Die LaPerm lebt von Kontrasten: ein moderater, eleganter Körper – und darüber ein Mantel aus Wellen, Ringeln und Locken. Die Textur fühlt sich einzigartig an: federnd, leicht, mit einem sanften „Grip“, der an Mohair erinnert. Bei der Langhaarvariante fallen Kragen und Schweif in lockeren Spiralen, bei der Kurzhaarvariante steht das Haar strukturiert vom Körper ab. Schnurrhaare sind lang und gelockt, in den Ohren sitzen feine Locken, die wie kleine Pinsel wirken. Farben und Zeichnungen kennt der Standard praktisch alle; erlaubt ist, was natürlich wirkt – von einfarbig über Tabby, Silber und Smoke bis zu Schildpatt und mit Weiß. Kätzchen können nackt, glatt oder gelockt geboren werden; viele wechseln Phasen, bis die erwachsene Struktur steht. Jahreszeit, Hormone und Reife spielen mit – das macht den Reiz aus und erklärt, warum Züchter das Fell nie „fest föhnen“, sondern entstehen lassen.

Auch kulturell hat die Rasse eine eigene Note. Ihre Geschichte ist eine Einladung, das Ungeplante zu sehen: Aus einer Hofkatze wurde eine weltweite Begleiterin, weil Menschen einen freundlichen Zufall ernst genommen und behutsam geordnet haben. Auf Ausstellungen punktet die LaPerm nicht durch Größe, sondern durch Stimmung: ein heller Blick, klarer Gang, ein Fell, das das Licht weich bricht – und ein Wesen, das Nähe selbstverständlich macht. Wer eine Katze sucht, die natürlich aussieht, gern „spricht“ und Humor zeigt, findet in der LaPerm eine Partnerin, die Räume belebt, ohne laut zu werden. Sie ist damit eine moderne Hauskatze par excellence: klar im Typ, freundlich im Ton und in jedem Alter ein kleines Stück Überraschung.

Anerkennung

  • Fife: anerkannt (Lang- und Kurzhaar), Kategorie 2, LPL (Langhaar), LPS (Kurzhaar)
  • Tica: anerkannt (LaPerm Breed Group), LP (Langhaar), LPS (Kurzhaar)
  • Cfa: anerkannt, LaPerm
  • Wcf: anerkannt (Lang- und Kurzhaar), LPL (Langhaar), LPS (Kurzhaar)

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